
Wer zuerst kommt, sitzt zuerst
18. Februar 2009

Auf den Schienen der S-Bahn Berlin liegt eine einstellige Anzahl Schneeflocken und dadurch kommt es zu Verspätungen. Bei eingehaltenem Fahrplan habe ich ausreichend Zeit, an meinem Heimatbahnhof den Anschluss-Bus zu schaffen. Nicht so seit zwei Tagen. Der Bus war weg. Schneeflocken. Sagte ich bereits.
Heute dann waren glücklicherweise noch 8,5 Sekunden Zeit. Langsame Menschen mit Abholservice versperrten wie üblich auf gesamter Bahnsteigbreite den Weg zur Bushaltestelle. Ich gehe also entschlossenen Schrittes in Richtung Bushaltestelle. Andere Fahrgäste rennen an mir vorbei. Der Bus kommt. Ich muss nur noch über die Straße. Noch ca. 20 Meter. Ein aus der entgegengesetzten Fahrtrichtung herannahmender PKW hält an. Ich überlege, ob es an den todesmutigen, nicht nach links oder rechts schauenden Straßenüberquerern liegt oder aber ob der Fahrer die verzweifelte Situation der Leute erkannt hat. Die Sprinter haben den Bus erreicht. Es bildet sich eine kleine Schlange an der Fahrertür. Nicht mehr als sechs oder sieben Fahrgäste. Keinen Gefahr mehr, den Bus zu verpassen. Auch ich reihe mich ein… als mich von hinten eine Frau mit gefühlten 15 Stoffbeuteln in beiden Armen zuerst wegrempeln und sich dann noch vor mich drängeln muss.
Ich schaue sie an, sage: „Ja, kämpfen Sie sich mal rücksichtslos durch. Der Fahrer lässt nur noch 2 Leute rein…“ und freue mich, diesen Feierabend mit einer gehörigen Portion Zynismus begonnen zu haben.
(Ich habe mal das Header-Bild ausgetauscht. Gegen das, was jetzt dort zu sehen ist. Habe ich in einem Kopfbogen einer Logistik-Firma gefunden. Und es passt wie die Faust auf’s Auge)


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Ich habe mir für diese Fälle eine Schublade mit dem Namen „Manche Leute …“ eingerichtet, in die ich solche Menschen stecke. Sie ist schon recht voll und ich werde demnächst eine zweite einrichten müssen
„Du kommst hier nicht rein!“….
Manchmal hilft nur Zynismus…das Leben ist einfach zu kurz um es ernst zu nehmen!
Liebe Grüße Bonafilia