17. September 2007
Dass Geschwindigkeit immer in Relation gesehen werden muss, lehrte im frühen Mittelalter (evtl. auch ein oder zwei Jahre später) bereits Strubbelkopf Einstein. Wird eine Banane per Schiff, LKW oder gar Rikscha bewegt, spricht der Transporteur lediglich (wahrscheinlich gar abfällig) von einer „herumgammelnden“ Südfrucht.
Kameraschwenk. Eine 87-jährige Weltkriegswitwe versucht verzweifelt, ihre von der AOK gesponsorte Gehhilfe aus den unnachgiebigen Fängen eines Gullideckels zu befreien. Der Bananentransport rauscht vorbei. Viel zu schnell. Doch dies nur am Rande. Wäre die Wahrnehmung von Omma nicht schon seit langem von Altersdemenz benebelt, würde ihr auffallen, dass die gelbe Ballaststoffbombe gar nicht herumgammelt, sondern eher „flitzt“.
Und so leben wir im Zeitalter des Fastfoods – im wörtlichen Sinne. Brot braust mit 80km in der Stunde von A nach B und kurze Zeit später (glücklicherweise bereits heruntergebremst) zwischen Unterkiefer und Nasenspitze. Tausende Döner Kebab (komplett) reisen tagtäglich in öffentlichen Verkehrmitteln durch deutsche Großstädte. Aluminiumummantelte Fertiggerichte bereisen in großer Höhe innerhalb weniger Stunden fremde Kontinente. Der frisch gebrühte Kaffee könnte – hätte er Stimmbänder – von seinen Liebesabenteuern auf der erst kürzlich beendeten Kreuzfahrt über den Großen Teich berichten. Selbst das (inzwischen gestaltengewandelte) Ei auf dem Anzug von Bill Gates weiß von einem kurzen jedoch aufregenden Flug, verfolgt von hunderten fassunglosen Augenpaaren, zu berichten.
Ich sehne die Zeiten zurück, da der Salat mit dem Maultier und die Kartoffeln in Kutschen zum hungrigen Endverbraucher transportiert wurden. Ohne Hast. Vorbei jedoch ist die Ära des enspannten Essens entspannten Essens… (nee, nochmal lesen, da ist nix doppelt!)
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