Hotel Badehaus Goor: Ein Bau des frühen 19. Jahrhunderts, direkt an einem idyllischen Bodden im Südosten der Insel Rügen gelegen. Viel Wald, viel Ruhe, viele Bauarbeiten. Wären wir eine Woche früher dort erschienen, hätte man sicher das Zimmer um uns herum gebaut und beim Verlegen des Teppichs hätte man ständig die Hufe hochnehmen müssen. Schön zu sehen, dass die Baubranche auch in Ostdeutschland wieder langsam der Konjunktur der Republik folgt. An der Ausstattung gab es wenig zu bemängeln. Ich sehe mal von dem zur Hälfte hochgemauerten Fitnessraum und von dem röhrenlosen Solarium (beugt somit aber Hautirritationen bei UV-Strahlen-Allergie sowie dem gemeinen Hautkrebs vor) ab. Aber dann die Sauna: echt heiß… wenn man denn nach Aufforderung den Strom zugeschaltet bekam. Naja, Stromsparen = Umweltschutz. Ist ja angesagt im Moment… Und Aufguss nach dem Do-It-Yourself Prinzip. Macht ja auch mehr Spaß! Insbesondere wenn man erstmal die ätherischen Öle im Sauna-Bereich suchen muss. Hihi, das hatte ein bißchen was von Ostern… an Pfingsten. Wenigstens gab’s keinen Handtuch-Wedler, den man anschließend wegen seiner Heldentat mit Applaus huldigen musste. Jaja, so ein mit 12 Gästen belegtes Hotel hat eben auch seine Vorteile.
Wir waren im Übrigen überrascht, dass sich die Anzahl der Sterne (****) direkt proportional zur Dauer des Abendessens in Stunden verhält. Mit fortschreitender Aufenthaltsdauer erkannte man jedoch unsere Verwunderung und passte sich ein wenig an die familiären 2** -Gegebenheiten an. Ebenso stehen die Sterne in direktem Verhältnis zur Marge, die beim Verkauf von Getränken erwirtschaftet wird. Ich sollte das eigentlich wissen… man gönnt sich ja sonst nichts…
Als ambitionierter Zwei-bis-drei-Kopfkissen-Benutzer besaß ich nach der ersten Nacht die Dreißtigkeit, nach eben einem dieser Zusatzaccesoirs zu fragen. Ich Blödmann! Ich solle doch bitte die Höhe der Matratze am Kopfende verstellen. Okay, nachvollziehbar. Ebenso pumpt man sich Druckluft ins Muskelgewebe, wenn man mit einem breiteren Brustkorb prahlen will. Naja. Man mault ja nicht rum und denkt sich seinen Teil. Urlaub soll schließlich blutdrucksenkend und entspannend wirken.
So. Genug von Ironie & Friends! Insgesamt kann ich nur von schönen Tagen mit viel Sonne und tollen Erlebnissen sprechen/schreiben. Es war schön, den Kopf mal wieder frei für Zukünftiges und vor allem für Literarisches (ließt man, oder nicht?!) zu bekommen.
Das Wichtigste zum Schluss: Preiset den Herren (bzw. die Dame), dass der G8-Gipfel nicht auf Rügen stattfindet. Ich hätte mir sonst bei jedem Strandbesuch die Badebuchse beim Überklettern des blöden Zauns aufgerissen. Das geht ins Geld! Gerade bei 4****…
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