Archiv für März 2006

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Der letzte macht das Licht aus!

29. März 2006
Es war mal wieder so weit:

Auf unserem schönen blauen Planeten flog die große Sicherung raus.

Auch die Sonne braucht mal eine Auszeit, denn ganz wie die Bewohner des BigBrother-Containers muss sie sich Tag ein – Tag aus von uns bei Ihren Eruptionen „bespannern“ lassen. Einziger Unterschied – Frau Sonne kann bei allem möglichen Optimismus nicht mit 100.000 Euro Preisgeld rechnen, da der Gewinner, oder besser: die Gewinnerin, von Anfang an feststand. Bödes Spiel!

Scientology und die Haru-Sekte räumen beleidigt die hübsch mit Keksen und Willkommens-Broschüren geschmückten Kaffeetafeln wieder ab. Der Besuch vom Mars ist nämlich auch diesmal wieder nicht erschienen.

In den Augen-Kliniken herrscht noch immer Hochbetrieb, da ein kleiner Teil der Bevölkerung überzeugt davon war, mit möglichst starken Lupen ein wenig mehr sehen zu können als alle anderen. Vermutlich werden diese Hobby-Astronomen nun aber über einen längeren Zeitraum eher ein bißchen weniger sehen als alle anderen…

Bekanntlich geht ein solches Naturschauspiel in verschiedenen Ländern immer mit religiösen oder schlimmer noch: apokalyptischen Vorstellungen einher. In der Türkei und in Teilen Afrikas wurden große Aufklärungskampagnen gestartet und zusätzlich Telefon-Hotlines eingerichtet. Ich vermute stark, dass man sich dort nach Angabe des Sternzeichens und/oder der Schuhgröße, intensiv darüber beraten lassen konnte, welches Familienmitglied bevorzugt geopfert werden sollte, wie man bei dem entsprechenden Ritual fachmännisch vorgeht und welche Reste sich dann noch für das post-apokalyptische Abendmahl verwenden lassen.

Ein wenig stolz bin ich darauf, dass ich aus der Sache auch noch Kapital schlagen konnte. Ich habe meine Parzelle an eine handvoll Gutgläubige verpachtet, die der Meinung waren, ausschließlich von dort könne man die partielle Sonnenfinsternis optimal beobachten.

So, liebe Freunde. Das war’s. Ich muss jetzt nachsehen, ob die Ziege auf dem Altar endlich vollständig ausgeblutet ist. Und die zunächst noch lästigen, grün-weißen runden Flecken in meinem Sichtfeld stören inzwischen kaum noch…

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Ich lebe noch!

20. März 2006
Hallo Freunde!

Ich lebe noch. Bitte entschuldigt die laaaange Phase der Enthaltsamkeit. Ich gestehe, dass ich der Poesie und der Literatur derzeit nur passiv fröhne. Kreativ bin ich momentan eher in der Selbsthilfegruppe „Malen nach Zahlen“ tätig. Ich hoffe es gibt hier und da Verständnis dafür, dass das geschriebene Wort in irgendeiner Höhle immernoch Winterschlaf hält. Vielleicht liegt’s wirklich am Wetter…

In ein paar Minuten fängt der Frühling an. Lasst uns alle an die Hände fassen und hoffen, dass auch Petrus die Erinnerungsfunktion in seinem Handy aktiviert hat oder zumindest heute abend die Tagesschau (mit Hauptaugenmerk auf den Wetterbericht) der Golfpartie in den Wolken vorgezogen hat.

Jaaaa! Ich bin ehrlich! Ich habe die Schnauze voll von vulgärer Sprache und diesem beschissenen Schnee! Meine Schuhe haben inzwischen vollkommen von selbst Spikes sowie eine Streusand-Klappe ausgebildet und ich meine an einer verborgenen Stelle die Aufschrift „Design by Darwin“ gelesen zu haben.

Freunde, ich verspreche ab morgen mich wieder mehr den heiligen Hallen der Philosophie zu nähern. Beschleunigen dürft ihr die Sache gern, indem ihr mit Heißluftpistolen diesen verdammten Winter verjagt.