Guten Tach! Als mich letztens jemand darauf ansprach, ob ich denn schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt, verpackt und gekennzeichnet hätte, musste ich überrascht und nicht minder geschockt entgegenen: „Wie war das nochmal mit der ersten Tätigkeit…?!“. Mir wurde schlagartig bewusst: Mein Gesprächspartner hatte recht! Zuerst besorgen und dann der ganze Rest…
Jedes Jahr das gleiche Problem. Immer vergesse ich dieses kleine aber dennoch entscheidende Wort: kaufen. Was waren das noch für Zeiten, als man im Kindergarten und der Schule für die Familie Karten oder andere Papp-Kreationen bastelte. Da war wenigstens jemand, der einen an das Fest und den Brauch des Schenkens erinnerte – ja geradezu unausweichlich mit der Nase hinein hineindrückte. Damals war die Freude über eine selbst gebastelte Gabe noch überschwenglich und ausgelassen – so als hätte man sein Ferienhaus am Bodensee per Schenkung übereignet. Überall wurden die Bastel-Ergebnisse herumgezeigt und öffentlich zur Schau gestellt. Mit stolz geschwellter Brust wurde jedem gerade Vorüber-Eilenden mitgeteilt: „Jaaaaaaa, mein Kind ist kein Grobmotoriker und kann sogar schon eine Schere und den Klebe-Stift bedienen!“. Schnitt man aber ein völlig neues und extravagantes Muster in die teure Tischdecke oder gar in die Tapete, wurde sofort eine siebenjährige Ausgangssperre sowie Fernsehverbot bis zum Erreichen des Rentenalters verhängt. Wie soll ein Kind diesen winzigen Unterschied denn bitte verstehen?!
Zurück zum heutigen Tage. Freuen sich Eltern immernoch über mund-bemalte Tannenzapfen? Wohl kaum. Wenn der dreijährige Balg zum Fest der Liebe nicht mindestens einen neuen DVD-Rekorder für Papa und das Ralf-Zacherl-Kochbuch mit goldenem Einband für Mama auf den Gabentisch packt, schlägt die besinnliche Athmosphäre schnell in einen von Neid dominierten Kessel um.
Ich strotze in diesem Jahr Kommerz und verschenke in der Familie etwas wirklich persönliches: meine benutzte Unterwäsche!




RSS - Posts