Berlin. Stadt der 1.000 Möglichkeiten. Leider auch Stadt der 1.000 Idioten! Am Freitag war ich vor der Weihnachtsfeier unserer Kanzlei mit einer Hand voll Kolleginnen auf dem Alex unterwegs. Nach einer mehrstündigen völlig entnervenden Tour durch „Kaufhof“ wollten wir uns eine Bratwurst genehmigen. Sicher sind dem einen oder anderen diese mobilen Bratwurst-Stände bekannt. Also, gekauft, angefangen zu essen, und dann kam der Punkt, an dem ich die Fleischware am liebsten wieder dahin gekotzt hätte, wo sie herkam:
Der Verkäufer fängt an zu fluchen: „Ich scheiße auf Deutschland, ich scheiße auf die Politik, ich scheiße auf alles.“ Dann brachte mich meine kommunikative Art in eine Situation, die es wahrscheinlich nur im assozialen Berlin zu erleben gibt. Die Worte: „Die Wurst schmeckt doch gut. Und du hast nen Job!“ verlassen leichtsinnig meine Lippen und die freundliche Antwort war: „Halt die Fresse, du Wichser, noch einemal diesen Spruch – und ich schlitz’ dir den Hals auf“. Ich war so geschockt, dass ich sogar vergessen habe, mich dafür zu entschuldigen, durch den Kauf der „Wichser-Wurst“ einen Teil des Lebensunterhaltes dieses freundlichen Rhetorikers mitfinanziert zu haben.
Manchmal glaube ich, Konflikte magisch anzuziehen. Daher werde ich mich bessern und in Zukunft nicht mehr auf Versuche der Konversation einsteigen, sondern nur noch nicken oder den Kopf schütteln. Wenn mir dann immer noch Provokation hereininterpretiert wird, werde ich Bratwurtsverkäufer auf dem Alexanderplatz.
Ich scheiße auf Bratwürste!